Firmenchronik

Gegründet wurde die Firma Sauerwein von Stefan Sauerwein (besser bekannt als Edchen) und seiner Ehefrau Eva Sauerwein, geborene Kimmer. Im Jahre 1920 meldete er sein Gewerbe an. Der Einstieg begann mit der damaligen Caspary Brauerei aus Trier. Zu dieser Zeit gab es noch keine Autos und das Bier musste mit Pferdegespannen abgeholt und ausgeliefert werden. Dadurch war der Biertransport zwischen Obersgegen und Trier mühsam und sehr zeitaufwendig. So wurde z.B. das Bier im Sommer während der stundenlangen Fahrt mit Stangeneis gekühlt.

Die Ära der Autos begann. Edchen, ein zukunftsorientierter Mensch, wurde Besitzer eines Mercedes 2-Tonner. Schwager Schengel machte den Führerschein und so entwickelten sich aus den Gelegensheitsfahrten mit Bier regelmäßige Touren. Auch anderweitige Fahrten konnten übernommen werden: Zum Beispiel Kunstdünger vom Bahnhof in Neuerburg wurde ausgeladen und abgeholt, oder im nahegelegenen Kammerwald mit Pferden Holz an die Abfuhrwerke geschleppt und mit dem Lkw an Sägewerke oder zum nächsten Bahnhof weitertransportiert. Das Auftragsvolumen nahm zu und so wurde expandiert. Bis in die dreißigger Jahre wurde neben Schengel und Häns (ältester Sohn) noch 2 Lkw-Fahrer beschäftigt. Neue Transportmärkte wurden erschlossen. Die täglichen Milchsammeltouren für die Molkerei in Mettendorf und Obsttransporte zu den Bahnhöfen Trier, Jünkerath und Euskirchen machten den Kauf von zwei MAN – und einen Ford Lastwagen erforderlich.

Hitler kam an die Macht. Die „Westwal-Zeit“ begann (1936 – 1940). In diesem Zeitraum war der Betrieb Sauerwein überwiegend mit der Lieferung von Getränken beschäftigt. Im Lieferungsbereich befanden sich ca. 7000 – 10000 Westwallarbeiter und Soldaten. Von 1937 – 1938 blühte das Biergeschäft auf. Caspary kam jeden Tag mit einer Ladung Bier und man holte auch Ladungen mit eigenen Lkw´s in Trier ab. Bedingt durch Lieferengpässe wurde Bier von Koblenz mit Waggons von der Schultheisss-Brauerei und sogar aus Bayern nach Neuerburg geschafft.

In den Kriegsjahren wurden sämtliche Fahrzeuge der Firma Sauerwein beschlagnahmt und die Söhne Häns und Klaus mussten Kriegsdienst leisten. Doch gelang es über die Firma Conrady in Bitburg einen gebrauchten Lastwagen zu erwerben, welcher nach einer Umrüstung mit Holzgas angetrieben wurde da Benzin nicht vorhanden war.

1944 rückte die Front immer näher und die Familie Sauerwein flüchtete nach Fischbach in der Nähe von Neuerburg. Auch das letze Fahrzeug, der holzgasbetriebene Lkw, musste für den Rückzug der Deutschen abgegeben werden, und es blieb ihnen nur noch das Pferd und ein Leiterwagen. Im Jahre 1945 neigte sich der Krieg dem Ende zu und für Edchen Sauerwein bedeutete dies wieder den Neuaufbau. Dieser entwickelte zusammen mit einem Schlosser einen kleinen Kelter und eine Rapsmühle. Mit diesem Öl wurden dann heimliche Tauschgeschäft getätigt. Man war wieder in Aufbruchstimmung. Ein Lastwagen wurde in mühevoller Handarbeit zusammengesetzt. Die Geschäfte begannen von Neuem. Nachdem die Söhne Häns und Klaus aus der Gefangenschaft zurückgekehrt waren, zog sich Edchen Sauerwein aus der Gschäftsführung zurück und überließ sie den Söhnen Stefan jun. und Klaus.

1952 ging die Fa. Sauerwein Geschäftsbeziehungen mit der Brauerei Simon, der heutigen Biburger Brauerei ein und baute einen neuen Kundenkreis im Getränkebereich auf.

Im Jahre 1954 verstarb Stefan Sauerwein sen. und nur ein Jahr später sein Sohn Stefan jun. Ab 1955 wurde das Geschäft von Klaus Sauerwein weitergeführt. Dieser erweiterte das Geschäft im Transportsektor. Täglich wurden zwei Fahrten mit Milch in Tankzügen von der Molkerei Mettendorf zur Hochwald-Milch nach Thalfang gefahren. Im Fernverkehr transportierte man landwirtschaftliche Produkte und Baumaterialien. Der Getränkehandel erlebte mit dem immer beliebter werdenen Bitburger Pils einen Aufschwung. Durch den stets größer werdenden Bekanntheitsgrad dieses Bieres führte man in den 60er und 70er Jahren fast ausschließlich Malz- und Biertransporte für die Brauerei durch.

Nach dem plötzlichen Tode von Klaus Sauerwein im September 1976 wurden die Geschäfte von dessen Ehefrau Katharina bis September 1982 geleitet. Inzwischen hatte der einzige männliche Nachfolger der Familie Sauerwein, Klaus Sauerwein, Sohn von Häns, seine Lehre als Speditionskaufmann bei der Spedition Keller abgeschlossen und in Luxembourg bei der gleichen Firma Erfahrungen in der internationalen Spedition gesammelt.
Nach einer neunjährigen Tätigkeit als Disponent der Spedition Arthur Welter in Luxembourg kehrte er nach seiner Heirat 1978 mit seiner Frau Mary (geb. Broy) nach Hause zurück und gründete 1979 die Internationale Spedition Sauerwein.
1981 gründete er die Firma Klaus Sauerwein und Transporte in Vianden/Lux.
1982 übernahm er den Getränkehandel und führten diesen als weiteren Geschäftszweig fort. In den ersten Jahren der Spedition wurden hauptsächlich Stahltransporte durchgeführt. Im Laufe der Jahre entwickelte sich der Transport von Luftfrachtsendungen von und zum Airport Luxembourg zu einem festen Bestandteil der Spedition.
Der Veiner Gedrinkshandel in Vianden, welcher 1992 gegründet wurde, ist seit 1994 ein weiterer Betrieb von Sauerwein.

1995 feierte die Firma Sauerwein ihr 75 jähriges Jubiläum.

Durch die seit 01.01.2002 übernommene Firma Aerotruck in Kelsterbach, welche sich in direkter Nähe zum Flughafen Frankfurt/Main befindet, können auch Warehousing und Luftfrachtzubringerdienste angeboten werden.
Ab Kelsterbach werden tägliche Linienverkehre mit Luftfracht zu den Flughäfen Frankfurt/Hahn, Luxembourg, Paris, Brüssel, Lüttich und Amsterdam unterhalten, sowie Ad hoc-Transporte.
Bedingt durch steigendes Frachtaufkommen ist die Firma Aerotruck ab 01.11.2003 in das neu erworbene Anwesen Mörfelderstr. 111 in Kelsterbach umgezogen. Hier stehen 1400 m² Hallenfläche mit Rollenbahnen und 1127 m² Bürofläche zur Verfügung.

Im Juli 2013 hat die Firma Aerotruck Luftfrachtzubringerdienste GmbH die Firma Cargo Liner am Flughafen in Stuttgart übernommen.